Aufstieg der Rüstungsunternehmen: Investitionsmöglichkeiten in Rüstungsaktien angesichts globaler geopolitischer Krisen

Warum jetzt auf Rüstungsaktien achten?

Regionale Konflikte häufen sich, vom Ukraine-Krieg bis zur Situation im Nahen Osten – alle Länder überdenken ihre Verteidigungsstrategien neu. Es ist weniger eine traditionelle militärische Auseinandersetzung, sondern vielmehr ein Wettstreit um Technologie, Information und Präzisionsschlagfähigkeiten. Drohnen, Raketen- und Präzisionslenkungssysteme, Verteidigungsnetzwerke und andere technologische Kriegsführungstools verändern die Regeln des modernen Krieges.

Dieser Wandel stellt für die Rüstungsindustrie sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar. Regierungen weltweit erhöhen ihre Verteidigungsausgaben, um effizientere technologische Mittel anstelle herkömmlicher Massenarmee-Strategien einzusetzen. Im Zeitalter der Geburtenknappheit sind Lösungen, die mit Kapital die Verteidigungskraft stärken, für jede Regierung attraktiv. Die Verteidigungsetats großer Länder wie China, Taiwan und den USA wachsen kontinuierlich, was langfristige Auftragssteigerungen für Rüstungsunternehmen bedeutet.

Kernmerkmale von Rüstungsaktien

Die Definition von Rüstungsaktien ist viel weiter gefasst, als man denkt. Im traditionellen Sinne umfasst sie alles von großen Waffensystemen bis zu alltäglichen militärischen Nachschubleistungen – Unternehmen, die Geschäfte mit dem Verteidigungsministerium machen oder Kunden haben, die mit dem Verteidigungsministerium verbunden sind, fallen in den Bereich der Rüstungsaktien.

Der größte Vorteil dieser Branche liegt in drei Punkten:

Extrem lange Branchenlaufbahn – Konflikte der Menschheit enden nie, der Bedarf an Streitkräften wird niemals verschwinden. Anders als bei leicht disruptiven Konsumtechnologien ist die Nachfrage nach Rüstung grundlegend dauerhaft.

Hochentwickelte Schutzbarrieren – Technologisch liegt die Rüstungsindustrie oft Jahre oder Jahrzehnte vor dem zivilen Markt. Da es um nationale Sicherheit geht, sind Markteintrittsbarrieren hoch, das Vertrauen dauert lange aufzubauen. Die enge Bindung zwischen Regierung und Rüstungsunternehmen macht es neuen Wettbewerbern nahezu unmöglich, einzusteigen.

Sicherer Wachstumsmotor – Die geopolitische Spannungslage steigt, und die Erhöhung der Verteidigungsausgaben ist zur Norm geworden. Solange keine globale Abrüstungskampagne einsetzt, ist das Wachstum dieser Branche relativ sicher.

Wesentliche Überlegungen beim Investieren in Rüstungsaktien

Vor der Auswahl von Aktien sollten Investoren eine leicht zu übersehende Falle beachten: Der Anteil an Rüstungsumsätzen ist entscheidend.

Wenn der Anteil der Rüstungsumsätze eines Unternehmens unter 50 % liegt, wird der Aktienkurs und die Gewinnentwicklung stärker vom zivilen Markt beeinflusst. Das bedeutet, dass selbst bei stabilen Rüstungsaufträgen ein Rückgang im zivilen Geschäft die Gesamtperformance leicht drücken kann.

Außerdem sollte man die zukünftige Nachfrageentwicklung im Blick behalten. Mit zunehmendem Anteil an technologischer Kriegsführung könnten Aufträge im Bereich der Landstreitkräfte langsamer wachsen, während Investitionen in Luftwaffe, Marine und Weltraumverteidigung an Bedeutung gewinnen. Unternehmen mit technologischem Vorsprung, deren Produktstrategie jedoch nicht mit zukünftigen Anforderungen übereinstimmt, haben begrenztes Wachstumspotenzial.

Vergleich der Stärke der US-Rüstungsführer

Lockheed Martin (LMT) — Repräsentant reiner Rüstungsunternehmen

Lockheed Martin ist seit langem der weltweit größte Rüstungsauftragnehmer. Das Unternehmen konzentriert sich auf fortschrittliche Waffensysteme wie Raketen, Raumfahrttechnik und andere Hightech-Waffen. Seit dem Börsengang zeigt die Aktie eine stabile Aufwärtsentwicklung, Rücksetzer resultieren meist aus Marktkorrekturen, nicht aus fundamentalen Problemen.

Als langfristiges Investment mit reinem Rüstungsfokus und technologischem Vorsprung besitzt Lockheed Martin eine starke Widerstandsfähigkeit gegen Risiken.

Northrop Grumman (NOC) — Unsichtbarer Champion

Der viertgrößte Rüstungshersteller weltweit und größter Radarsystem-Hersteller, Northrop Grumman, deckt Bereiche wie Raketen, Raumfahrt, Kommunikationstechnologie ab. Das Unternehmen setzt auf „strategische Abschreckung“ als Hauptforschungs- und Entwicklungsstrategie, um potenzielle Gegner von Konflikten abzuhalten.

Diese strategische Ausrichtung passt perfekt zur aktuellen globalen Sicherheitslage. Solange internationale Konflikte bestehen, werden die Investitionen in Abschreckungstechnologien steigen. Das Unternehmen zahlt seit 18 Jahren kontinuierlich Dividenden, besitzt eine tiefe technologische Schutzmauer und eignet sich für langfristige Positionen. Kürzlich kündigte es ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 500 Mio. USD an, was das Vertrauen des Managements in die Zukunft unterstreicht.

General Dynamics (GD) — Stabiler Cashflow

Einer der fünf größten US-Waffenlieferanten, General Dynamics, ist breit diversifiziert. Das Unternehmen fertigt Waffen für Land, Luft und See sowie zivilen Flugzeugen.

Der zivile Bereich (ca. 25 %) konzentriert sich auf die Gulfstream Business Jets, mit einer stabilen Kundenbasis und hoher Resistenz gegen Konjunkturschwankungen. Diese Struktur sorgt für eine stabile Gesamtleistung – während der Finanzkrise 2008 und der COVID-19-Pandemie 2020 blieb der Gewinn stabil. Deshalb konnte das Unternehmen 32 Jahre in Folge die Dividende erhöhen, eine Seltenheit bei US-Börsengesellschaften.

Obwohl das Umsatzwachstum langsamer ist als bei reinen Rüstungsunternehmen, machen stabile Cashflows und kontinuierliche Aktienrückkäufe es zu einer defensiven Wahl im Rüstungsbereich.

Raytheon Technologies (RTX) — Abwarten

Raytheon ist sowohl im militärischen als auch im zivilen Bereich tätig, und die Rüstungsaufträge bleiben stabil. In den letzten Jahren wurde das Unternehmen jedoch schwer getroffen: Der 737 MAX-Skandal mit den Qualitätsproblemen bei Teilen führte dazu, dass Airbus hunderte Flugzeuge neu inspizieren musste. Die Reparaturzeiten könnten bis zu 300 Tage betragen, was das Ansehen bei zivilen Kunden stark beschädigt und zu Klagen gegen Fluggesellschaften führte.

Solange die zivilen Geschäfte noch in der Krise stecken, sind die Gewinnprognosen unsicher, und die Aktie leidet darunter. Trotz der robusten Rüstungsaufträge überwiegen die Risiken außerhalb des Sektors, was die Erholung erschwert. Derzeit kein optimaler Einstiegszeitpunkt.

Boeing (BA) — Bottomfishing oder Falle?

Boeing ist einer der beiden globalen Monopolisten in der zivilen Luft- und Raumfahrt und gleichzeitig einer der fünf großen Rüstungsanbieter. Der starke Kursrückgang liegt jedoch nicht an den Rüstungsaktivitäten, sondern an den vielfältigen Problemen im zivilen Markt.

Die Serie von Unfällen mit dem 737 MAX, die COVID-19-Pandemie und der Aufstieg chinesischer Eigenentwicklungen lassen die Zukunft des zivilen Geschäfts unsicher erscheinen. Zwar sind die Rüstungsaufträge (z.B. B-52, Apache) stabil, doch können sie den Rückgang im zivilen Bereich kaum ausgleichen.

Aus Investitionssicht ist Boeing eher eine Chance beim Tiefpreis, nicht beim Hochkaufen. Es ist wichtig, die Erholung des zivilen Luftverkehrs genau zu verfolgen.

Caterpillar (CAT) — Randerscheinung im Rüstungssektor

Caterpillar wird oft als Rüstungsaktie bezeichnet, doch der Anteil der Rüstungsumsätze liegt unter 30 %. Das Kerngeschäft sind schwere Baumaschinen. Der Bezug zur Rüstungsindustrie besteht hauptsächlich durch den Bedarf an Infrastruktur nach Kriegen – also beim Wiederaufbau in Städten.

Die Performance solcher Unternehmen hängt vor allem von globalen Infrastrukturinvestitionen und Rohstoffpreisen ab, nicht von Verteidigungsetats. Sie sind daher keine reinen Rüstungsinvestments.

Chancen für taiwanesische Rüstungsaktien

Die geopolitische Spannungslage im Taiwan-Konflikt steigt, beide Seiten erhöhen ihre Verteidigungsausgaben. Die lokale Rüstungsindustrie steht vor einer seltenen Wachstumsgelegenheit.

Tadiran (8033.TW) ist eine interessante Fallstudie. Das Unternehmen wechselte vom Modellbau zu unbemannten Luftfahrzeugen, und die Verbindung von zivilen und militärischen Anwendungen eröffnet neue Perspektiven. Mit der zunehmenden Bedeutung von Drohnen im modernen Krieg sind steigende Auftragszahlen zu erwarten.

Hanwha (2634.TW) verfolgt einen differenzierten Ansatz. Neben Trainerflugzeugen und anderen militärischen Kernprodukten betreibt es umfangreiche Wartungs- und Ersatzteilgeschäfte. Diese Geschäftsstrategie ist zyklusresistenter – solange die Luftfahrt aktiv ist, bleibt die Nachfrage nach Wartung und Ersatzteilen bestehen. Im Vergleich zu internationalen Wettbewerbern, die durch einzelne Marken oder Modelle in Schwierigkeiten geraten, ist Hanwha mit einem diversifizierten Portfolio stabiler.

Investitionsentscheidungsrahmen

Bei der Bewertung von Rüstungsaktien sollten drei Dimensionen berücksichtigt werden:

Fundamentale Daten: Anteil der Rüstungsumsätze, technologische Führungsposition, Stabilität der Hauptkunden, Finanzlage

Branchenbezogene Aspekte: Nachfrageaussichten im jeweiligen Segment, Innovationszyklen, politische Unterstützung

Risikoaspekte: Potenzielle Belastung durch zivile Geschäfte, geopolitische Unwägbarkeiten, Rechtsstreitigkeiten und Compliance-Risiken

Reine Rüstungsunternehmen (über 70 % Rüstungsanteil) bieten meist größere Sicherheit, während Unternehmen mit höherem zivilen Anteil bessere Wachstumschancen, aber auch mehr Unsicherheiten haben. Die Wahl sollte an die eigene Risikobereitschaft angepasst werden.

Zusammenfassung

Rüstungsaktien bieten in der aktuellen geopolitischen Lage klare Investitionslogik – die Branche ist extrem langlebig, die Schutzbarrieren sind hoch, und das Wachstum ist relativ sicher. Entscheidend für den Erfolg ist jedoch nicht nur die Einschätzung der Branche, sondern das Verständnis der konkreten Unternehmensstruktur.

Selbst wenn ein Unternehmen viele Rüstungsaufträge hat, kann es bei Krisen im zivilen Bereich, technologischem Missmatch oder Managementfehlern schnell abstürzen. Daher ist es essenziell, auf Unternehmen mit reinem Rüstungsfokus, starken Schutzbarrieren und kontrollierbarem zivilen Risiko zu setzen, um in dieser Branche profitabel zu sein.

Der Erfolg von Rüstungsfirmen hängt letztlich von ihrer eigenen Betriebsfähigkeit ab, nicht nur vom äußeren Umfeld.

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