Wie man Futures handelt: Der vollständige Leitfaden von Anfängern bis zu Gewinnstrategien im Jahr 2026

Um die Futures-Handelsweise zu erlernen, muss man zunächst die Bedeutung dieser Handelsform auf den Finanzmärkten verstehen. Futures sind im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen vertraglich vereinbarte Investitionen, bei denen sich die Parteien verpflichten, eine bestimmte Menge eines Vermögenswerts zu einem festgelegten Preis zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Laut einem aktuellen Bloomberg-Bericht übersteigt das tägliche durchschnittliche Handelsvolumen auf den globalen Futures-Märkten 18 Billionen US-Dollar, wobei Privatpersonen mittlerweile etwa 40 % des Zugangs ausmachen, was die Zugänglichkeit deutlich erhöht hat.

Statistiken ab 2025 zeigen, dass 68 % der Anfänger im Futures-Handel innerhalb der ersten drei Monate mehr als 50 % ihres Anfangskapitals verlieren. Dies liegt meist an mangelndem Grundverständnis und unzureichendem Risikomanagement. Wenn man jedoch die richtigen Schritte befolgt und systematisch vorgeht, lassen sich diese Risiken erheblich reduzieren.

Erster Schritt beim Futures-Handel: Grundkonzepte vollständig verstehen

Bevor man mit dem Futures-Handel beginnt, ist es unerlässlich, das Wesen dieses Handels zu erfassen. Diese Handelsart begann im 17. Jahrhundert im japanischen Dojima-Reismarkt, wo Bauern vor der Ernte Preise vereinbarten. Es war eine praktische Methode, um Preisschwankungsrisiken zu minimieren. Auch im modernen Futures-Handel verfolgen Händler zwei Hauptziele: Absicherung (Hedging) und spekulative Gewinnmaximierung.

Derzeit umfasst der Futures-Handel eine Vielzahl von Vermögenswerten, darunter Rohstoffe, Indizes, Währungen und sogar Emissionsrechte. Ein zentrales Merkmal ist der Einsatz von Hebelwirkung. Mit geringem Kapital (Margin) kann man eine deutlich größere Position eingehen. Beispielsweise ermöglicht eine Einzahlung von 1 Million Yen den Handel mit 10 Millionen Yen, was sowohl Gewinne als auch Verluste verstärkt.

Die Komponenten eines Futures-Kontrakts lassen sich wie folgt zusammenfassen: Man legt den Basiswert fest (z.B. den Aktienindex S&P 500 oder Rohstoffe wie WTI-Öl), bestimmt die Kontraktgröße (z.B. E-mini S&P 500 = Indexstand × $50), wählt den Verfallmonat (meist Quartalsende: März, Juni, September, Dezember) und den Tick-Wert (kleinste Preisänderung). Die Abrechnung erfolgt entweder bar (cash settlement) oder durch physische Lieferung. Die Handelszeiten variieren je nach Börse (CME ist nahezu 24 Stunden geöffnet).

Unterschiede zwischen Futures und CFDs: Klare Abgrenzung

Beim Erlernen des Futures-Handels taucht häufig die Verwirrung mit CFDs (Contracts for Difference) auf. CFDs sind Derivate, bei denen nur die Preisänderung eines Vermögenswerts gehandelt wird, ohne den Vermögenswert selbst zu besitzen. Während traditionelle Futures standardisierte, börsengehandelte Verträge sind, werden CFDs meist außerbörslich (OTC) über Broker gehandelt.

Vergleich: Börsenfutures vs CFDs

Börsenfutures sind streng reguliert (z.B. CFTC, SEC), haben festgelegte Handelszeiten und ein Hebelverhältnis von etwa 1:10 bis 1:20. Die Gebühren liegen bei 0,85 bis 2,5 US-Dollar pro Kontrakt, und es erfolgt täglich eine Mark-to-Market-Abrechnung. Die Liquidität ist zentralisiert, was sie für langfristige Absicherungen und institutionelle Investoren geeignet macht.

CFDs hingegen sind weniger reguliert, erlauben den 24/7-Handel, bieten Hebel bis zu 1:100, die Gebühren basieren auf Spreads, und unbegrenztes Halten ist möglich. Die Liquidität hängt vom Broker ab und ist eher für kurzfristige Trader geeignet.

Beispiel: Beim Kauf eines Gold-CFDs zu $2.000 pro Unze und Verkauf bei $2.030 ergibt sich bei einem Kontrakt (10 Unzen) ein Gewinn von $300. Umgekehrt bei Verkauf bei $1.980 entsteht ein Verlust von $200. Vorteile von CFD sind die geringe Kapitalanforderung und die flexible Positionsanpassung ohne Verfallsdatum. Risiken sind Nachtgebühren, Margin Calls und die Vertrauenswürdigkeit des Brokers.

Praktische Schritte: Kontoeröffnung bis erster Handel

Um mit Futures zu starten, sind konkrete Schritte notwendig:

1. Schritt: Konto eröffnen

Futures erfordern ein spezielles Derivatekonto, kein normales Wertpapierdepot. In Deutschland erfolgt die Eröffnung bei einer Bank oder einem Broker, der auf Derivate spezialisiert ist. Es ist eine Prüfung der Handelserfahrung und Risikobereitschaft notwendig. Für internationalen Handel bieten sich Plattformen wie CME, ICE oder Interactive Brokers an.

2. Schritt: Wahl der Handelsplattform

In Deutschland nutzen viele Trader Plattformen wie KRX-basierte Broker-Apps, in Übersee sind NinjaTrader, Interactive Brokers und andere gängig. Für CFDs eignen sich Broker wie IG Group, Plus 500, CMC Markets oder Mitrade.

Hier eine kurze Übersicht: IG Group ist für umfassende Performance, Plus 500 für Einsteiger, CMC Markets für günstige Gebühren, Mitrade für mobile Nutzer geeignet.

3. Schritt: Einzahlung und Margin

Nach Kontoeröffnung erfolgt die Einzahlung der Margin. Anfänger sollten mit niedrigen Beträgen starten. KOSPI200 Mini-Futures benötigen ca. 50.000–100.000 Yen, Micro E-mini S&P 500 etwa $50–70, Micro-Öl-Futures (MCL) ca. $100–150.

4. Schritt: Demokonto nutzen

Vor echtem Handel sollte man mit Simulations-Tools und Backtesting üben. Dieser Schritt ist essenziell, um Verluste zu vermeiden.

5. Schritt: Real-Trade und Orderausführung

Mit Limit- oder Market-Orders werden Positionen eröffnet. Beim Einsatz von Hebel ist eine strenge Risikokontrolle unerlässlich.

Risikomanagement: Der Kern des Futures-Handels

Erfolg im Futures-Handel basiert auf konsequenter Kapitalverwaltung:

Kapitalallokation:

  • Maximal 25 % des Gesamtkapitals pro Trade
  • Maximal 30 % des Portfolios in einer Position
  • Begrenzung der Handelsfrequenz, um Übertrading zu vermeiden

Stop-Loss-Strategie: Dynamische Stop-Losses, z.B. basierend auf ATR (Average True Range), passen sich an die Marktvolatilität an und sind effektiver als starre Limits.

Hebelprinzip: Anfänger sollten maximal 1:3 bis 1:5 Hebel verwenden, um Verluste zu begrenzen. Hohe Hebel verstärken sowohl Gewinne als auch Verluste.

Technische Analyse & Marktfaktoren: MACD, RSI, Bollinger-Bänder in Kombination mit Wirtschaftskalendern und Unternehmensdaten liefern eine umfassende Marktbeurteilung.

Index-Futures: Den Gesamtmarkt handeln

Eine beliebte Methode im Futures-Handel ist das Trading mit Index-Futures, bei denen auf die Gesamtentwicklung eines Marktes gesetzt wird.

Wichtige Index-Futures:

  • KOSPI200 und KOSPI200 Mini
  • E-mini S&P 500
  • Nasdaq 100
  • DAX
  • ESG- und Sektorindizes (z.B. Smart Beta) im Jahr 2026 zunehmend im Fokus

Merkmale: Da nur der Gesamtmarkt und nicht einzelne Aktien gehandelt werden, sind firmenspezifische Risiken minimiert. Institutionelle Investoren nutzen sie häufig, wobei die Volatilität durch Wirtschaftsdaten und Zinsentscheidungen steigt.

Handelsstrategien: Spreads zwischen Indizes, Long-Short-Positionen und saisonale Zyklen helfen, Risiken zu steuern und Chancen zu nutzen. Künstliche Intelligenz und automatisierte Handelssysteme verstärken diese Ansätze.

Trends und Chancen im Futures-Markt 2026

Das Verständnis aktueller Markttrends ist beim Lernen des Futures-Handels essenziell:

Erstens: Inflation und Zinsentwicklung Die Zinsentscheidungen in den USA und Europa führen zu erhöhter Volatilität bei Gold, Öl und Dollar-Futures. Langfristige Inflationsabsicherungen sind populär.

Zweitens: Zunehmender Zugang für Privatanleger Produkte wie KOSPI200 Mini-Futures senken die Einstiegshürden. Mobile Trading macht den Markt noch zugänglicher.

Drittens: KI-gestützte Algorithmen Quantitative Systeme werden im Futures-Handel eingesetzt, vom Daytrading bis zu langfristigen Strategien.

Viertens: ESG-Produkte Futures auf Emissionsrechte, grüne Anleihen und klimabezogene Derivate gewinnen an Bedeutung.

Fünftens: Geopolitische Risiken Konflikte wie USA-China, Änderungen bei den Zinsen erhöhen die Volatilität, was das Hedging mit Futures wichtiger macht. Für deutsche Investoren ist es ratsam, auf globale Indizes, Rohstoffe wie Öl, Gold sowie US-Staatsanleihen zu setzen, um das Portfolio zu stabilisieren.

Checkliste für Anfänger im Futures-Handel

Beim Lernen des Futures-Handels sollten folgende Punkte geprüft werden:

Vor Beginn:

  • Gebührenstruktur der Börse oder des Brokers genau kennen
  • Steuerliche Anforderungen (z.B. Abgeltungssteuer, Gewinnbesteuerung)
  • Stabilität und Zuverlässigkeit der Handelsplattform prüfen
  • Grundkenntnisse in technischer Analyse (Charts, Indikatoren)
  • Risikomanagement-Strategie entwickeln

Während des Handels:

  • Positionsgröße im Rahmen der Kapitalverwaltung halten
  • Klare Stop-Loss-Levels setzen
  • Emotionale Entscheidungen vermeiden
  • Handelsaufzeichnungen führen und analysieren

Regelmäßige Überprüfung:

  • Monatliche Gewinn- und Verlustbilanz
  • Strategien auf Wirksamkeit prüfen und anpassen
  • Markttrends beobachten und Positionen entsprechend anpassen

Häufig gestellte Fragen

Q: Was ist der grundlegende Unterschied zwischen Futures und Aktien?

Aktien sind Eigentumsanteile an Unternehmen, während Futures Verträge sind, die eine zukünftige Lieferung oder Abrechnung eines Vermögenswerts zusichern. Futures bieten meist höhere Hebel, was sowohl Chancen als auch Risiken erhöht. Zudem haben Futures ein festgelegtes Verfallsdatum.

Q: Wie hoch ist die Mindesteinlage?

Das variiert je nach Produkt. Für KOSPI200 Mini-Futures sind ca. 50.000–100.000 Yen ausreichend, für Micro E-mini S&P 500 etwa $50–70, für Micro-Öl-Futures ca. $100–150. Es ist wichtig, die jeweiligen Margenanforderungen bei Broker und Börse zu prüfen.

Q: Kann ein Anfänger mit Futures handeln?

Ja, aber mit Vorsicht. Aufgrund des hohen Hebels sind Verluste schnell groß. Zunächst sollte man mit Demokonten üben, nur Kapital einsetzen, das man verkraften kann, und grundlegende technische Analyse sowie Risikomanagement beherrschen.

Q: Wie hoch sind Gebühren und Steuern?

Börsenfutures unterliegen Broker-Gebühren und der Abgeltungssteuer auf Gewinne. CFDs haben meist Spreads, Übernachtkosten und eventuell Gebühren bei Auszahlungen. Vor dem Handel sollten alle Kostenstrukturen genau geprüft werden.

Q: Ist es möglich, dauerhaft Gewinne zu erzielen?

Mit fundiertem Grundwissen, konsequentem Risikomanagement und systematischer Strategie ist langfristiger Erfolg möglich. Allerdings ist der Handel mit hohen Hebeln riskant, wie die Statistik zeigt, wonach 68 % der Anfänger innerhalb von drei Monaten Verluste erleiden.

Fazit: Nur gut vorbereitete Trader sind erfolgreich im Futures-Handel

Der Weg zum erfolgreichen Futures-Handel beginnt bei der soliden Kenntnis der Grundlagen, gefolgt von einer systematischen Vorgehensweise bei der Kontoeinrichtung, Strategieentwicklung und Risikokontrolle. Vor dem echten Einsatz sollte man ausgiebig mit Demokonten üben. Angesichts der rasanten Marktveränderungen durch KI, ESG-Trends und geopolitische Entwicklungen ist kontinuierliches Lernen unerlässlich. Wer aufmerksam bleibt, die Plattformen und regulatorischen Rahmenbedingungen kennt und diszipliniert handelt, kann im Futures-Markt bedeutende Chancen nutzen.

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