Wird der Taiwan-Dollar weiterhin abwerten? Das neue Wechselkursmuster von 2025, das bis 2026 stark ansteigt

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Im frühen Mai 2025 stieg der neue Taiwan-Dollar innerhalb von nur zwei Handelstagen um fast 10 %, wobei die Tagessteigerung den Höchststand seit 40 Jahren erreichte. Dieser erstaunliche Wechselkursanstieg führte dazu, dass sich die Marktprognosen für den Taiwan-Dollar von „Gefahr des Unterschreitens von 35“ abrupt zu „Wird weiter aufwerten“ änderten. Fast ein Jahr nach diesem rasanten Anstieg – wird der Taiwan-Dollar weiterhin abwerten? Die Antwort auf diese Frage lässt sich nur anhand tatsächlicher Kursentwicklungen geben.

Hintergründe des Tagesanstiegs im Mai: Dreifache Treiber der Aufwertung des Taiwan-Dollars

Das Wochenende Anfang Mai veränderte die allgemeine Wahrnehmung des Taiwan-Dollars grundlegend. Am 2. Mai erreichte der Wechselkurs des Taiwan-Dollars gegenüber dem US-Dollar einen Tagesanstieg von 5 %, der Schlusskurs lag bei 31,064 NT$. Nach dem Wochenende, am 5. Mai, setzte sich die Aufwertung mit weiteren 4,92 % fort, wobei die psychologisch wichtige Marke von 30 NT$ erstmals im Tagesverlauf durchbrochen wurde, mit einem Höchststand von 29,59 NT$. Diese heftigen Schwankungen brachten das Devisenhandelsvolumen auf den drittgrößten in der Geschichte.

In nur zwei Handelstagen stieg der Taiwan-Dollar um fast 10 %. Im Vergleich dazu waren die Aufwertungen anderer wichtiger asiatischer Währungen in diesem Zeitraum moderat: Singapur-Dollar +1,41 %, Yen +1,5 %, Won +3,8 %. Der Anstieg des Taiwan-Dollars war somit einzigartig in der Region.

Der erste Treiber für diese Aufwertung war die Handelspolitik der Trump-Regierung. Als die USA ankündigten, die gegenseitigen Zölle um 90 Tage zu verschieben, rechnete der Markt mit einer globalen Einkaufsoffensive. Taiwan, als bedeutender Exporteur, profitierte natürlich, und ausländische Investoren strömten in Scharen hinein. Zudem hob der Internationale Währungsfonds unerwartet die Wachstumsprognose für die taiwanesische Wirtschaft an, während die starke Performance des taiwanesischen Aktienmarktes das Vertrauen in eine weitere Aufwertung des NT$ stärkte.

Der zweite Treiber war die geldpolitische Lage der Zentralbank. Die „Fair-Trade- und Reciprocity-Strategie“ der Trump-Regierung machte eine Intervention der taiwanesischen Zentralbank riskant, da diese nun im Fokus der US-Überprüfung stand. Früher konnte die Zentralbank den NT$ durch Interventionen wirksam gegen eine starke Aufwertung absichern, doch nun besteht die Gefahr, dass solche Maßnahmen als Währungsmanipulation gewertet werden. Im ersten Quartal verzeichnete Taiwan einen Handelsüberschuss von 23,57 Mrd. USD, ein Anstieg um 23 %, wobei der Überschuss gegenüber den USA um 134 % auf 22,09 Mrd. USD stieg. Ohne Interventionen der Zentralbank lastet enormer Aufwertungsdruck auf dem NT$.

Der dritte Treiber sind strukturelle Operationen der Finanzinstitute. Die taiwanesische Versicherungsbranche hält Offshore-Assets im Wert von bis zu 1,7 Billionen USD, vor allem US-Staatsanleihen. Aufgrund der langjährigen Abhängigkeit von Interventionen der Zentralbank zur Eindämmung der Aufwertung sind die Absicherungsmaßnahmen gegen Wechselkursschwankungen unzureichend. Bei erwarteter Aufwertung erhöhen Versicherer und Exportunternehmen ihre Absicherungsaktivitäten, während gleichzeitig die Schließung von Arbitrage-Positionen im Zusammenhang mit Fremdwährungskrediten die Volatilität verstärkt. Die UBS warnt, dass eine Rückkehr zu den langfristigen Absicherungsniveaus einen Verkaufsdruck von etwa 1000 Mrd. USD auf den US-Dollar auslösen könnte – das entspricht etwa 14 % des taiwanesischen BIP.

Die Zwickmühle der Zentralbank und Marktrisiken: Strukturelle Ungleichgewichte offenbaren sich

Die heftigen Wechselkursschwankungen im Mai offenbarten tiefgreifende strukturelle Probleme im taiwanesischen Finanzsystem. Präsident Yang Jinlong steht vor einem nahezu unlösbaren Dilemma: Weiterhin zu intervenieren, könnte von den USA als Währungsmanipulation gewertet werden, während ein Nicht-Eingreifen systemische Risiken auslösen könnte.

Als exportorientierte Volkswirtschaft ist Taiwan mit einer Nettoinvestitionsquote von 165 % des BIP besonders anfällig für Wechselkursschwankungen. Wenn die Absicherungsnachfrage der Versicherer kurzfristig stark steigt, kann dies bereits zu erheblichen Marktbewegungen führen. Noch gefährlicher ist es, wenn die Zentralbank erneut eingreift: Dies könnte eine noch größere Flucht in Absicherungen auslösen, da die Märkte antizipieren, dass die Zentralbank letztlich aufgeben wird.

Erwartungen an Auf- und Abwertung versus tatsächliche Entwicklung: Validierung im zweiten Halbjahr 2025

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung basierten die Marktprognosen für den Taiwan-Dollar hauptsächlich auf einem UBS-Research-Bericht. Dieser erwartet eine Fortsetzung des Aufwärtstrends, wobei bei einer weiteren Erhöhung des Trade-Weighted-Index um 3 % (nahe an der Toleranzgrenze der Zentralbank) eine verstärkte Intervention wahrscheinlich sei. Zudem zeigten Derivate-Märkte die stärkste Aufwertungsprognose seit fünf Jahren, wobei Bewertungsmodelle den NT$ um 2,7 Standardabweichungen über dem fairen Wert ansiedelten.

Rückblickend auf die zweite Jahreshälfte 2025 zeigt sich, dass die tatsächliche Kursentwicklung teilweise den Erwartungen entsprach und teilweise abwich. In einem Umfeld schwächerer US-Dollar und globaler Liquidität blieb der NT$ relativ stark. Gleichzeitig zeigte die Zentralbank durch gezielte Maßnahmen Wirkung: Sie konnte die Volatilität dämpfen und eine weitere starke Aufwertung verhindern.

Langfristige Positionierung des Taiwan-Dollars: Starke Währung oder Scheinaufwertung?

Ob der NT$ weiterhin abwerten wird, hängt von mehreren Schlüsselfaktoren ab. Der von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) berechnete Realer Effektiver Wechselkurs (REER) ist hierbei besonders aussagekräftig. Ein Wert über 100 deutet auf eine Überbewertung hin, unter 100 auf eine Unterbewertung.

Ende März lag der US-Dollar-Index bei etwa 113, was auf eine deutliche Überbewertung hindeutet. Der REER des NT$ lag bei etwa 96, also im Bereich der „angemessenen Unterbewertung“. Im Vergleich dazu sind die Währungen anderer asiatischer Exportländer noch stärker unterbewertet: Yen und Won bei 73 bzw. 89. Dies zeigt, dass der NT$ aus Bewertungsgründen noch Aufholpotenzial besitzt.

Betrachtet man den Zeitraum eines Jahres, so entwickelten sich die Auf- und Abwertungen der wichtigsten regionalen Währungen ähnlich: NT$ +8,74 %, Yen +8,47 %, Won +7,17 %. Dies deutet darauf hin, dass die Aufwertung des NT$ kein Einzelfall ist, sondern Teil eines regionalen Trends.

Langfristig betrachtet schwankt der USD/NT$-Kurs zwischen 27 und 34 NT$, mit einer Volatilität von etwa 23 %. Im Vergleich dazu weist der Yen eine Volatilität von bis zu 50 % auf (99 bis 161 Yen). Die Schwankungen des NT$ werden vor allem durch die US-Notenbank beeinflusst: Während der Euro-Krise 2015 gewann der NT$, 2022 führte die aggressive Zinserhöhung der Fed zu einer Schwächung, und nach der Zinssenkung Ende 2024 erholte er sich allmählich.

Aus Marktperspektive ist die „30“-Marke eine psychologisch wichtige Schwelle. Viele Investoren sehen den US-Dollar unter 30 NT$ als Kaufgelegenheit, über 32 NT$ als Verkaufschance. Diese „psychologische Marke“ spiegelt weitgehend die Marktmeinung über den fairen Wert des NT$ wider.

Wird der Taiwan-Dollar weiter abwerten? Ausblick

Kurz gesagt: Die Wahrscheinlichkeit, dass der NT$ in naher Zukunft weiter abwertet, ist relativ gering. Dafür sprechen drei Gründe:

Erstens: Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten Taiwans sind weiterhin robust – starke Halbleiterexporte, anhaltende Handelsüberschüsse – was die Aufwertung stützt. Zweitens: Die geldpolitische Richtung der Fed bleibt unsicher; falls der US-Dollar weiter schwächelt, wird auch der Aufwärtstrend der asiatischen Währungen schwer umkehrbar. Drittens: Die indirekten Interventionen der Zentralbank haben bereits Wirkung gezeigt, und die Marktvolatilität wurde effektiv gedämpft.

Risiken bestehen jedoch ebenfalls: Die strukturellen Ungleichgewichte im Finanzsystem Taiwans sind nicht behoben. Bei einem „Black Swan“-Ereignis (z. B. Scheitern der US-Taiwan-Handelsgespräche, geopolitische Spannungen) könnte die Flucht in sichere Anlagen die Aufwertungserwartungen abrupt umkehren. Zudem könnte eine restriktivere Geldpolitik der Fed den US-Dollar stärken, was den NT$ unter Druck setzen würde.

Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der NT$ im Bereich von 30 bis 30,5 NT$ relativ stabil bleibt, während ein Abfall unter 28 NT$ eher unwahrscheinlich ist. Langfristige Investoren sollten nicht zu pessimistisch gegenüber dem NT$ sein, aber vorsichtig bleiben – eine angemessene Diversifikation in Fremdwährungen sowie in Aktien und Anleihen ist ratsam, um Risiken zu steuern.

Für Anleger, die die Entwicklung des NT$ verfolgen, sind die wichtigsten Faktoren die Geldpolitik der Zentralbank, die US-Taiwan-Handelspolitik und die Entscheidungen der Fed. Diese beeinflussen maßgeblich die mittelfristige Richtung des NT$.

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