Am 13. März wurde berichtet, dass die jüngsten Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten erneut die Ansicht bekräftigen: Der Bitcoin-Preis tendiert dazu, den traditionellen Risikoanlagen vorauszueilen. Zuvor war Bitcoin schnell von seinem Allzeithoch auf etwa 60.000 US-Dollar gefallen, was heute als eine mögliche frühe Reflexion der aktuellen Schwäche an den weltweiten Aktienmärkten gilt.
Daten zeigen, dass Bitcoin im Oktober des letzten Jahres zeitweise die Marke von 126.000 US-Dollar überschritten hat, danach jedoch kontinuierlich zurückging und Anfang dieses Jahres ein Tief von etwa 60.000 US-Dollar erreichte. Dieser Abwärtstrend wurde hauptsächlich durch einen raschen Abfluss von Mitteln aus US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs begleitet. Einige Marktbeobachter begannen damals zu diskutieren, ob diese Kapitalabflüsse auf eine mögliche Abschwächung des makroökonomischen Umfelds hindeuten.
Derzeit zeigen sich deutliche Veränderungen im globalen Marktstimmung. Kürzliche Spannungen im Nahost-Konflikt sowie steigende internationale Ölpreise setzen die Aktienmärkte in Asien und Europa unter Druck, während auch die US-Aktienmärkte belastet sind. Gleichzeitig gewinnt der US-Dollar an Stärke, während der Bitcoin-Preis sich um die 70.000 US-Dollar stabil hält.
Es ist bemerkenswert, dass Bitcoin vor größeren Schwankungen in den traditionellen Märkten lange Zeit in einem volatilen Seitwärtsbereich verharrte. Zuvor hielt BTC mehrere Monate über 100.000 US-Dollar, fiel dann jedoch rasch in eine Korrekturzone. Ähnliche Volatilitätsmuster finden sich auch bei einigen traditionellen Vermögenswerten, wie dem SPDR Financial Select Sector ETF (XLF), dem indischen Nifty-Index und den S&P 500-Futures.
Solche Situationen sind nicht neu. Rückblickend hat Bitcoin mehrfach Anzeichen für eine Top-Formation vor einer Korrektur an den Aktienmärkten gezeigt. Im November 2021 erreichte Bitcoin bei knapp 60.000 US-Dollar seinen Höchststand und fiel im folgenden Monat unter 50.000 US-Dollar. Der Nasdaq-Index, der vor allem von Tech-Aktien geprägt ist, sowie der S&P 500 erreichten im Januar 2022, etwa zwei Monate später, ihre Höchstwerte, bevor sie nach einer Straffung der Geldpolitik durch die Federal Reserve in eine Abwärtsphase eintraten.
Todd Stankiewicz, Präsident und Chief Investment Officer von SYKON Capital, wies in einer Forschungsarbeit der CMT Association darauf hin, dass Bitcoin in mehreren entscheidenden Phasen den Aktienmärkten vorausging, darunter Ende 2017, vor dem Ausbruch der Pandemie im Jahr 2020 und bei den Hochpunkten im Jahr 2021.
Er erklärte, dass Bitcoin in diesen Phasen meist zuerst sein Hoch erreicht oder sein Aufwärtspotenzial erschöpft hatte, während die Aktienmärkte noch weiter stiegen. Doch letztlich kehren auch die Aktienmärkte irgendwann um. Daher beginnen einige makroökonomische Trader, Bitcoin als einen wichtigen Indikator für die Stimmung bei globalen Risikoanlagen zu betrachten. (CoinDesk)