
Die Australian Securities and Investments Commission (ASIC) veröffentlichte im März einen Bericht über das Finanzverhalten der Generation Z, der zeigt, dass das Vertrauen in KI-Plattformen bei der Generation Z bei 64 % liegt – die höchste aller Informationsquellen, übertroffen nur von Finanz-Influencern (Finfluencer) mit 52 % und den sozialen Medien insgesamt mit 56 %. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass 23 % der australischen Generation Z Kryptowährungen besitzen.

(Quelle: ASIC)
Die Umfrage wurde vom 28. November bis 10. Dezember des letzten Jahres durchgeführt und befragte 1.127 australische Jugendliche im Alter von 18 bis 28 Jahren. Hier die wichtigsten quantitativen Erkenntnisse:
Soziale Medien: 63 % nutzen soziale Medien, um Finanzinformationen zu erhalten, davon 30 % speziell YouTube
KI-Plattformen: 18 % verwenden KI-Tools zur Unterstützung bei Finanzentscheidungen, mit einem Vertrauensniveau von 64 %, das höchste aller Kanäle
Finfluencer: 52 % geben an, bestimmten Investment-bezogenen Influencern auf sozialen Medien „bis zu einem gewissen Grad oder vollständig zu vertrauen“
Allgemeines Vertrauen in soziale Medien: 56 % vertrauen den Finanzinformationen auf sozialen Medien
ASIC weist darauf hin, dass trotz des starken Bedarfs der Generation Z an zuverlässigen Finanzinhalten ihr Suchverhalten sie häufig zu „inhaltsorientierten, auf Nutzerbindung ausgerichteten, weniger auf Genauigkeit fokussierten“ Informationsquellen führt.
Die Umfrage zeigt, dass 23 % der australischen Generation Z Kryptowährungen besitzen. Von den Krypto-Haltern der Generation Z geben 29 % an, ihre Handelsentscheidungen auf Inhalte aus sozialen Medien oder von Influencern zu stützen.
ASIC-Mitarbeiter Alan Kirkland erklärte in einem Interview mit dem „Australian Financial Review“ (AFR), dass die Regulierungsbehörde einige Marketingaktivitäten für Krypto-Investitionen, die über soziale Medien erfolgen, beobachtet habe, „bei denen einige tatsächlich dazu ermutigen, in Betrugsfälle zu investieren.“ Er betonte weiter, dass die Volatilität von Krypto-Assets oft durch externe Faktoren getrieben wird, die für australische Privatpersonen schwer zu beurteilen sind, und dass Inhalte von Influencern unrealistische Erwartungen hinsichtlich Renditen, Marktrisiken und der Komplexität langfristiger Anlagen erzeugen können.
Kirkland hob besonders hervor, dass der australische Superannuation-Markt mit über 4,5 Billionen AUD ein Ziel für illegale Marketingaktivitäten ist. Er sagte, dass einige soziale Medienwerbung die Menschen dazu verleite, ihre Rentenersparnisse in riskante Anlagen umzuschichten, was besonders schwerwiegend ist, da Renten oft das wichtigste Vermögen einer Person darstellen. Verluste in solchen Fällen sind daher besonders gravierend.
Regulierung von Finfluencern: Im Juni letzten Jahres warnte die ASIC 18 Influencer, weil sie „vermutlich illegal hochriskante Finanzprodukte beworben und unlizenzierte Finanzberatung angeboten“ haben. Dies war die erste offizielle Durchsetzung der Regulierung im Finfluencer-Ökosystem Australiens.
Lizenzrahmen für KI-Finanztools: Kirkland betonte, dass nach australischem Recht jede Organisation, die konkrete Finanzberatung zu individuellen Situationen anbietet, eine Lizenz besitzen muss. Einige Krypto-Börsen haben bereits KI-Roboter in ihre Dienste integriert, um personalisierte Handelsanweisungen zu geben. Die ASIC prüft derzeit, ob diese Tools den Lizenzanforderungen entsprechen. Im Januar dieses Jahres warnte die ASIC außerdem, dass Krypto- oder KI-Unternehmen, die die Grauzone der australischen Zahlungsbewilligung ausnutzen, im Jahr 2026 im Fokus der Aufsicht stehen werden.
Stärkung der interinstitutionellen Überwachung: Die ASIC kündigte an, die von KI-Plattformen generierten Finanzinformationen weiterhin zu überwachen und entsprechende regulatorische Themen in die Prioritätenliste für 2026 aufzunehmen.
Was sind die wichtigsten Risiken im Finanzverhalten der Generation Z laut ASIC-Umfrage?
Die Umfrage zeigt, dass die Generation Z stark auf soziale Medien und KI-Plattformen angewiesen ist, um Finanzinformationen zu erhalten, und diesen Quellen ein hohes Vertrauen entgegenbringen, obwohl die Zuverlässigkeit schwer zu beurteilen ist. 23 % besitzen Kryptowährungen, 29 % treffen Handelsentscheidungen basierend auf Influencer-Inhalten, was die Aufsicht vor Warnungen vor unrealistischen Investitionsaussichten und Betrugsmarketing stellt.
Welche gesetzlichen Regelungen gibt es in Australien für KI-basierte Finanzberatungstools?
Gemäß dem australischen Finanzdienstleistungsgesetz gelten alle Organisationen, die konkrete Finanzberatung zu bestimmten Finanzprodukten für Einzelpersonen anbieten, als „individuelle Beratung“ und benötigen eine entsprechende Lizenz. Die ASIC macht deutlich, dass diese Regelung nicht durch den Einsatz von KI-Tools umgangen werden kann.
Was sind Finfluencer und warum stehen sie unter besonderer Beobachtung der australischen Aufsichtsbehörden?
Finfluencer sind Influencer in sozialen Medien, die sich auf Finanz- oder Investmentthemen spezialisiert haben und eine gewisse Einflusskraft besitzen. Die ASIC ist besorgt, dass diese Akteure oft keine Lizenz besitzen, aber durch ihre Inhalte die Investmententscheidungen der Generation Z maßgeblich beeinflussen. Dies kann zu falschen Vorstellungen über Renditen, Risiken und Volatilität von Kryptowährungen führen.