Taiwanes plattform für branchenübergreifende Konsum-Rückvergütungen „RE红包(RE·X)“ hat nach fast neun Jahren Betrieb im letzten Monat unerwartet den Betrieb eingestellt. Das Unternehmen gibt an, dass geopolitische Turbulenzen die Finanzierungspläne stark beeinträchtigt und die Finanzen erschöpft haben. Zehntausende Nutzerkonten wurden eingefroren und können nicht abgehoben werden. Das Unternehmen befindet sich nun im Liquidationsprozess.
(Frühere Meldung: Peng Jinlong von der Finanzaufsichtsbehörde: Taiwan wird stabile Coins zunächst durch „Finanzinstitute“ ausgeben, voraussichtlich ab Juni 2026)
(Hintergrund: Verwirrung bei Zahlungsbegriffen? Elektronische Zahlung, Drittanbieter-Zahlung, Kryptowährung, Token usw. – eine Übersicht in sieben Konzepten)
Laut mehreren taiwanesischen Medienberichten hat die von der Hong Konger Firma Al Yi Co., Ltd. betriebene mobile Zahlungsplattform „RE红包(RE·X)“ kürzlich offiziell den Betrieb eingestellt.
Seit dem Start im September 2017 fokussiert die Plattform auf „branchenübergreifende, plattformübergreifende“ Cash-Backs bei Einkäufen, behauptet, mehrere Geschäfte integrieren zu können, bis zu 100 % Cashback anzubieten, über 8.000 Partnerhändler und Zehntausende Nutzer zu bedienen. Doch nun endet alles unerwartet.
In einer offiziellen Erklärung gab RE·X zu: „Aufgrund der heftigen geopolitischen Turbulenzen wurden unsere ursprünglichen Finanzierungspläne stark beeinträchtigt.“ Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, sagte das Team, sie seien bereit, „hohe Schulden auf sich zu nehmen, nur um den Winter zu überstehen“, doch letztlich waren die finanziellen Mittel erschöpft, und sie entschieden, den Betrieb einzustellen.
Nutzerkonten eingefroren, Forderungsanmeldung nur noch 12 Tage möglich
Nach Bekanntwerden der Nachricht klagten viele Nutzer in sozialen Medien. Einige berichteten, dass sie noch „über einen Monat an Einnahmen“ nicht abheben könnten, andere, dass „Geld vorhanden ist, aber sie sich nicht mehr einloggen können“. Die plötzliche Schließung führte dazu, dass Nutzer ihre Kontoguthaben nicht sofort abheben konnten, und gesammelte Einkaufsguthaben sowie Bonuspunkte wurden vollständig annulliert.
Derzeit erklärt die Al Yi Company, dass sie gemäß Gesetz in den Liquidations- und Abwicklungsprozess eingetreten ist und aktiv nach „Betriebsübertragung“ oder „strategischer Übernahme“ sucht. Nutzer können bis 15. März 2026 auf der offiziellen Website eine Forderungsanmeldung für „Einkaufsguthaben/Bonuspunkte“ ausfüllen. Das Unternehmen wird die „vollständigen Backups vor Systemabschaltung“ als Grundlage für die Abwicklung verwenden.
Ob Nutzer eine Entschädigung erhalten und wie hoch die endgültige Verteilung ausfällt, hängt jedoch vom verbleibenden Vermögen nach der Liquidation ab.
Erst vor sechs Monaten System-Upgrade, jetzt alles eingestellt
Tatsächlich hatte RE红包 kurz vor der Insolvenz noch aktiv expandiert. Im September 2024 wurde ein umfassendes Zahlungssystem-Upgrade angekündigt, das die Integration von Apple Pay und Google Pay sowie andere Drittanbieter-Zahlungen unterstützte, um mehr Anwendungsfälle zu erschließen. Doch innerhalb von weniger als zwei Jahren wurde die Plattform nun endgültig eingestellt, was viele Nutzer und Händler überrascht hat.
Dieses Ereignis zeigt auch die potenziellen Risiken bei der Sicherung von Nutzer-Guthaben bei taiwanesischen digitalen Zahlungsplattformen. Im Vergleich zu streng regulierten E-Zahlungsdiensten wie Jiekou Pay oder LINE Pay Money, die von der Finanzaufsicht überwacht werden, ist RE红包 als „Cashback-App“ ohne offizielle Lizenz eine weniger gesicherte Plattform. Bei finanziellen Problemen des Unternehmens sind Nutzer oft die letzten Gläubiger.
Vertrauensbildung im digitalen Zahlungsökosystem und der Schutz der Nutzer-Guthaben werden zu gemeinsamen Herausforderungen für Regulierungsbehörden und Anbieter.
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